Was die „Reifengröße“ bei einem Rennrad bedeutet
Wenn über die Reifengröße diskutiert wird, beziehen sich die meisten Fahrer auf die Reifenbreite, gemessen in Millimetern.
Gängige Rennrad-Reifengrößen heute:
-
25 mm
-
28 mm
-
30–32 mm (bei Endurance- oder All-Road-Rahmen)
Die Breite ist nur ein Teil der Geschichte. Derselbe Reifen kann je nach folgenden Faktoren unterschiedlich breit ausfallen:
-
Felgenmaulweite (innere Breite)
-
Reifenkonstruktion
-
Reifendruck
Deshalb können sich zwei 28-mm-Reifen auf der Straße sehr unterschiedlich anfühlen.
Warum breitere Rennradreifen zum Standard wurden
Jahrelang galt die Annahme, dass schmale Reifen schneller seien. Diese Ansicht wurde revidiert.
Breitere Reifen haben sich durchgesetzt, weil:
-
Sie niedrigere Drücke ermöglichen, ohne den Rollwiderstand zu erhöhen
-
Sie sich auf rauen Oberflächen weniger stark verformen
-
Sie Komfort und Kontrolle verbessern, besonders auf unebenem Asphalt
Unabhängige Tests und die Praxis im Rennsport haben gezeigt, dass breitere Reifen auf realen Straßen oft weniger Energie verlieren als schmale, extrem hart aufgepumpte Reifen.
Das bedeutet nicht, dass breiter immer besser ist. Es bedeutet, dass der Kontext entscheidend ist.
Wichtige Faktoren bei der Wahl der Reifengröße
Fahrergewicht
Das Gewicht beeinflusst, wie stark sich ein Reifen unter Last verformt.
Im Allgemeinen gilt:
-
Schwerere Fahrer profitieren mehr von breiteren Reifen, da diese einen geringeren Druck erlauben
-
Leichtere Fahrer können schmalere Reifen ohne übermäßige Vibrationen nutzen
Als grober Richtwert:
-
Fahrer um 60–70 kg fahren oft gut mit 25–28 mm
-
Fahrer über 80 kg empfinden 28 mm oft als angenehmer
Der Druck ist genauso wichtig wie die Breite.
Straßenoberfläche und Gelände
Die Straßenverhältnisse variieren je nach Region stark.
-
Glatter Asphalt begünstigt schmalere Reifen, wenn Komfort zweitrangig ist
-
Aufgebrochener Asphalt, Flickstellen und raue Abfahrten begünstigen breitere Reifen
-
Mischverhältnisse deuten oft auf 28 mm oder breiter hin
In Gebieten mit älteren Straßenbelägen machen breitere Reifen lange Fahrten deutlich angenehmer.
Felgenbreite und Reifen-Setup
Moderne Felgen sind breiter als ältere Konstruktionen. Dies verändert das Verhalten des Reifens.
-
Eine breitere Felge erhöht die tatsächlich gemessene Breite des Reifens
-
Die Aerodynamik hängt davon ab, wie Reifen und Felge interagieren
-
Die Stabilität bei Seitenwind verbessert sich durch eine bessere Abstimmung von Reifen und Felge
Ein moderner 28-mm-Reifen auf einer breiten Felge kann ein ehemaliges 25-mm-Setup sowohl in Bezug auf das Fahrgefühl als auch auf die Geschwindigkeit ersetzen.
Gängige Rennrad-Reifengrößen im Vergleich
|
Reifengröße |
Typische Verwendung |
Hauptvorteile |
Kompromisse |
|---|---|---|---|
|
25 mm |
Rennen, glatte Straßen |
Leichtes Fahrgefühl, direktes Handling |
Weniger Komfort, hoher Druck |
|
28 mm |
Allgemeines Rennradfahren |
Balance aus Speed und Komfort |
Leichtes Mehrgewicht |
|
30–32 mm |
Endurance, raue Straßen |
Komfort, Kontrolle |
Aero- und Rahmenlimits |
Diese Tabelle ist ein Orientierungspunkt, der leicht zu verstehen ist. Sie ist nicht als starre Regel zu verstehen.
Der Reifendruck ist so wichtig wie die Größe
Reifengröße ohne Berücksichtigung des Drucks ist unvollständig.
Niedrigerer Druck:
-
Verbessert den Komfort
-
Erhöht den Grip
-
Reduziert Vibrationsverluste
Ein zu niedriger Druck erhöht jedoch das Risiko von Durchschlägen (Pinch Flats) und führt zu einem schwammigen Handling.
Ein korrektes Setup balanciert Folgendes aus:
-
Fahrergewicht
-
Reifenbreite
-
Straßenoberfläche
Die meisten Fahrer sind mit einem etwas niedrigeren Druck besser beraten, als sie ursprünglich erwarten würden.
Tubeless vs. Schlauch-Setups
Die Wahl der Reifengröße wird vom Setup beeinflusst.
-
Tubeless-Systeme ermöglichen sicher niedrigere Drücke
-
Schläuche erfordern oft einen etwas höheren Druck
-
Latexschläuche verhalten sich anders als Butylschläuche
Bei gleicher Größe fühlt sich Tubeless meist geschmeidiger und kontrollierter an, besonders bei breiteren Reifen.
Praktische Empfehlungen nach Fahrstil
Denken Sie eher in Szenarien als in starren Antworten.
-
Schnelle Gruppenfahrten auf guten Straßen: 25–28 mm, je nach Gewicht
-
Lange Endurance-Fahrten: 28 mm zur Reduzierung der Ermüdung
-
Raue Straßen oder gemischtes Gelände: 30 mm, sofern die Rahmenfreiheit es zulässt
-
Ältere Rennräder mit begrenzter Freiheit: 25 mm könnten hier das Limit sein
Die Reifenfreiheit des Rahmens (Clearance) sollte immer geprüft werden, bevor die Reifengröße geändert wird.
Fazit
Die Entscheidung, welche Reifengröße für Ihr Rennrad die richtige ist, bedeutet, das Equipment an die Realität anzupassen. Gewicht, Untergrund, Felgenbreite und Setup zählen mehr als Tradition. Breitere Reifen sind heute Standard, weil sie echte Probleme lösen, nicht wegen eines Modetrends.
Es gibt keine universelle Bestgröße, aber die Experten von Bikeroom sind hier, um Ihnen zu helfen, das beste Rad für Ihre Bedürfnisse zu finden.
